19.10.2019 | Werkstatt | 1:30h ohne Pause

Wir lieben und wissen nichts


Schauspiel von Moritz Rinke


Zwei Paare treffen sich zum Wohnungstausch. Hannah muss für einige Zeit nach Zürich, um dort Zen-Kurse für gestresste Bankmanager zu geben. Ihr Freund Sebastian soll sie begleiten. Währenddessen zieht bei ihnen Roman ein, ein Informatiker, der berufsbedingt von hier den Abschuss eines Satelliten in das All verfolgen will. Dass Roman von seiner Schweizer Firma gerade entlassen wurde, ahnt er dabei noch nicht; das weiß nur Magdalena, seine Frau, die aber vorerst schweigt.
Romans eigene Unwissenheit ist aber nur einer der Konfliktpunkte, um die Moritz Rinkes so liebevoll wie gnadenlos gezeichnete Figuren kreisen. Bereits seit längerem schwelende Beziehungskrisen brechen plötzlich offen aus und eskalieren zu einem Kampf der Kulturen.

Regisseur Stefan Eberle und die vier Schauspielenden auf der Werkstattbühne des Konstanzer Theaters machen aus diesem gestörten Verhältnis zur Wirklichkeit einen Ulk mit doppeltem Boden.
…Biermann beherrscht die Bühne, die Kathlina Reinhardt im Sinne einer vergammelten Bruchbude aus Sebastians Studentenzeit mit abgerissener Tropentapete und windschiefen Omasesseln ausgestattet hat.
…Menschen, die sich nicht mehr zutrauen, Wasser zu sagen, wenn Wasser drin ist. Eine der Stärken der Inszenierung von Stefan Eberle ist, dass man selbst entscheiden kann, wie komisch man sie finden will.
Maria Schorpp, Südkurier, 22.10.19

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AUSSTATTUNG / BÜHNE: Kathlina Anna ReinhardtKOSTÜME: Kathlina Anna ReinhardtDRAMATURGIE: Deborah RaulinMIT: Anne Simmering, Katharina Stehr, Ingo Biermann, Georg MelichWEITERE: Tanja Hasslinger, Ali Demir, Lela Mader, Holger Bueb