• Startseite


15.02.2019 | Stadttheater | 1:30h ohne Pause

Momentum


Schauspiel von Lot Vekemans, Deutsch von Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach


Systemzwang der Macht

Meinrad Hofmann, seine Frau Ebba und sein engst er Berater Dieter Seeger haben sich gemeinsam zwanzig Jahre lang erfolgreich bis zum Gipfel der politischen Macht hochgekämpft. Bei der morgigen Feier zum 50. Jahrestag der Parteigründung soll Meinrad Hofmann als Parteivorsitzender bestätigt werden und dann erneut für das höchste Regierungsamt kandidieren. Aber Hofmann fühlt sich ausgebrannt, hat seine politischen Ziele aus den Augen verloren und glaubt nicht mehr an die Machbarkeit politischer Veränderungen. Er will sich nicht mehr der Wahl stellen. Die Umfragewerte fallen ohnehin und die Partei steht nicht mehr geschlossen hinter ihm, denn Hofmanns Stimmungsschwankungen und Wutausbrüche in der Öffentlichkeit häufen sich. Meinrads Ehefrau Ebba und sein Berater sind entsetzt. Sie versuchen mit allen Mitteln, ihre Leitfigur neu aufzubauen. Aber der Regierungschef verweigert jeden Rat, der alle drei vor dem Karriereende bewahren könnte. In dieser kritischen Situation wird Ebba auch noch von ihrem ungeborenen Kind heimgesucht, das sie vor 10 Jahren als Fehlgeburt verlor. Erst Ebbas Entschluss, radikale Konsequenzen zu ziehen, bringt Bewegung in das Dilemma. Wird es jetzt einen Ausweg aus der Krise geben?

MOMENTUM von Lot Vekemans, Deutsch von Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach, ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.

 

Großartige Schauspieler aber und eine schlüssige Regie retten diesen Abend. Ralf Beckord entlarvt die cholerischen Ausfälle seiner Figur als Schutzmechanismus einer geschundenen Seele. Renate Winkler lässt in Ebbas Gesprächen mit ihrem ungeborenen Sohn das Leiden an der Einmaligkeit unseres Lebens spürbar werden.Johannes Bruggaier, Südkurier, 18.2.19
Claudia Meyer (Regie und Bühne) geht die Versuchsanordnung eher nüchtern an. Die Bühne ist leer, bietet nur im Hintergrund eine Begrenzung, die den Ort quasi vom öffentlichen Raum abgrenzt. Dagegen wird die Gier dieser Öffentlichkeit durch Livevideos thematisiert.Brigitte Elsner-Heller, Thurgauer Zeitung/St.Galler Tagblatt, 21.2.19
Die Frustration darüber, sehr authentisch zweifelnd verkörpert durch Ralph Beckord…
… Ingo Biermann überzeugt absolut in seiner Rolle als wichtigtuerischer Berater-Typ, der die Fäden in der Hand hält.
Franziska Spanner, seemoz, 13.3.19